Bisher lag der Fokus beim Responsive Webdesign vorrangig darauf, Websites vom Desktop an kleinere Bildschirme anzupassen, damit sie auch auf Mobilgeräten gut aussehen. Inzwischen geht der Trend aber auch in die Gegenrichtung: Laptops, Computer und Smart TVs sind mit immer größeren Displays mit höherer Auflösung ausgestattet. Damit auch hier alles tiptop aussieht, müssen Websites häufig für größere Screens optimiert werden - es geht ums Upwardly Responsive Webdesign.

Websites können große Displays nicht ausfüllen

Große Desktop-Screens sind zunächst eine feine Sache, ist doch das Bild schärfer und es lässt sich besser mit mehreren offenen Fenstern gleichzeitig arbeiten. Allerdings hat der nun bereitstehende Platz auch einen Nachteil. Viele Websites können den Monitor nun gar nicht mehr ausfüllen und verschenken einen großen Teil der zur Verfügung stehenden Fläche.

Was auf den ersten Blick lediglich ineffizient wirkt, ist aber weit mehr. Eine Website, die unschöne leere Flächen aufweist, wirkt per se schon etwas minderwertig. Überdies fällt es aber häufig auch schwer, die dargestellten Texte zu lesen, da diese trotz scharfem Bild durch die enorme Pixeldichte der hochauflösenden Displays unlesbar klein werden und nur noch mit Zoom zu entziffern sind. Ärgerlich also, und keine gute Erfahrung für den User.

Flexible Betriebssysteme oder Upwardly Responsive Webdesign

Grund für diese Problematik sind nicht nur die Websites an sich, sondern auch die Betriebssysteme. Apple bietet hier inzwischen eine funktionierende Lösung an und zeigt auf Retina-Displays eine höhere Pixeldichte – und somit gestochen scharfe Bilder, ohne das Gezeigte verkleinert darzustellen.

Umgesetzt wird dies anhand der Device-Pixel-Ratio, deren Wert sich ergibt, indem man die Device-Pixelbreite durch die CSS-Pixelbreite teilt. Bei Retina-Geräten von Apple beträgt die Device-Pixel-Ratio 2. Windows Betriebssysteme nehmen eine solche automatische Skalierung mit Bezug auf die tatsächliche Displaygröße allerdings nicht vor.

Für Gestalter stellt sich die Frage, wann sie ihren Kunden die Gestaltung von Websites mittels Upwardly Responsive Webdesign empfehlen oder auch zu einem entsprechenden Redesign bestehender Seiten raten. In einem ausführlichen Beratungsgespräch sollte man klären, inwieweit die jeweilige Zielgruppe von der stärker werdenden Nutzung großer Bildschirme überhaupt betroffen ist und damit ein aufwärtsresponsives Gestalten notwendig macht.

Der Page Artikel „Websites für große Displays gestalten“ hält ein Upwardly-Responsive-Tutorial für Flexbox und Bootstrap bereit: page-online.de