Von möglichst viel Keyword war einmal die Rede und von dadurch leider häufig hölzern erscheinenden Texten, die nur eines wollten: in den Google Suchergebnissen weit vorn auftauchen. Haufenweise Backlinks sollten ebenfalls für ein gutes Ranking sorgen und zogen künstlichen Linktausch beziehungsweise Linkbuilding nach sich. Was hat sich geändert?

Einiges. Zumindest das ein oder andere. Schon mit der Google Panda Einführung 2011 änderte Google die Richtung. Content-Farmen wurden abgestraft, während hochwertige Inhalte an Bedeutung gewannen. Guter Content nimmt seitdem die besseren Plätze in den Google Suchergebnissen ein.

Einen bedeutenden Schritt weiter ging Google 2013 mit dem Hummingbird-Update und änderte die statische Google-Suche, die lediglich einzelne Wörter oder Wortkombinationen erkennen konnte, in die semantische Suche. Diese berücksichtigt den Sinnzusammenhang der Suchwörter und somit auch die dahinterstehende Absicht des Users.

Relevanter Content immer wichtiger

Und hier sind wir an einem besonders spannenden Punkt: Wenn Google sich also für die Intention der User interessiert und darauf basierend entsprechende Websites in den Google Suchergebnissen anzeigt, steigt somit die Bedeutung von Websites, die inhaltlich die Bedürfnisse der User erfüllen. Soll heißen: Seitenbetreiber müssen die Interessen der Nutzer bedienen. Und das bedeutet, Websites müssen verstärkt relevanten Content bieten.

Dies war bereits im Sommer dieses Jahres die klare Botschaft von Marcus Tober, CTO von Searchmetrics, auf dem Searchmetrics Summit in München (internetworld). Seine These: Das Keyword ist tot. Unternehmen sollen sich wegbewegen von der reinen Keyword-Ebene hin zur Content-Ebene.

Gelingt dies, sollte auch die Verweildauer des Seitenbesuchers steigen, denn überzeugende Inhalte, leichte Bedienbarkeit und gute Lesbarkeit der Texte animieren zum Bleiben. Vielleicht auch zum Kommentieren und zum Teilen. Und das alles sendet ein positives Feedback an Google - was sich wiederum positiv auf die Positionierung in den Suchergebnissen auswirkt.

Die wichtigsten Ranking-Faktoren 2015

In einem Artikel auf dem Searchmetrics Blog hat Tober die Ergebnisse der Searchmetrics Analyse für die Ranking-Faktoren 2015 zusammengefasst. Ausgewertet wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Top-Positionen in den Google Suchergebnissen. Und so geht es offenbar weiter in Sachen Google Ranking:

  • Thema Backlinks: Diese haben zwar nach wie vor ihre Daseinsberechtigung und stehen in Wechselwirkung mit guten Rankings, künstliches Linkbuilding jedoch ist heute nicht mehr angesagt. Backlinks verweisen inzwischen häufiger auf spezifische Landingpages statt auf Homepages, außerdem haben weniger Backlinks das Keyword im Anchortext – stattdessen häufiger die Domain.
  • Die Bedeutung des einzelnen Keywords nimmt ab, immer häufiger haben Seiten ein besseres Ranking in den Google Suchergebnissen, ohne zwangsläufig das entsprechende Keyword zu beinhalten.

Responsive Webdesign sorgt für besseres Ranking

  • Die Auswertung zeigt, dass ein Drittel der analysierten Websites über ein responsive Webdesign verfügen, also für mobile Endgeräte optimiert sind. Somit ist die Mobilgeräte-Optimierung von Websites nicht nur einfach ein Usability-Plus für mobile User, sondern aufgrund des besseren Rankings auch für Webseitenbetreiber von Nutzen.
  • Mit dem Google Update für Mobilgeräte-Optimierung im April 2015 wurde auch bei der mobilen Suche das Ranking von responsive Websites verbessert.

Wer sich nicht ganz sicher ist, ob seine Website für mobile Endgeräte optimiert ist oder nicht, kann dies übrigens mit dem Google-Tool „Test auf Optimierung für Mobilgeräte“ testen. Weist die Website kein responsive Design auf, kann sie bei der mobilen Google-Suche in den Suchergebnissen zurückfallen. Sobald die Seite dann jedoch optimiert ist, wird sie von Google neu gecrawlt und indexiert und das Ranking aktualisiert.

Auch hier wieder interessant: Trotz Wichtigkeit dieses neuen Ranking-Signals, achtet Google weiterhin auf verschiedene Faktoren – und die Intention des Users, die hinter einer Suchanfrage steckt, ist dabei von erheblicher Bedeutung. So kann auch eine Website ohne Optimierung auf Mobilgeräte gut ranken, wenn sie die Bedürfnisse des Users bedient und mit relevanten Inhalten auf die jeweilige Suchanfrage antwortet.